Garmisch-Patenkirchen 2006
Strahlender Sonnenschein
auf Deutschlands höchstem Berg
Ja, was haben wir denn da?! Ein atemberaubendes Panorama, welches in der Wirklichkeit natürlich noch viel eindrucksvoller ist als jetzt auf dem Foto, aber wer noch nicht dort gewesen ist, wird vielleicht mal hinfahren wollen. Es ist natürlich von der Zugspitze die Rede, mit 2962m über dem Meeresspiegel hat sie knapp die 3000er-Marke verfehlt, was ihren Charme aber natürlich in keinster Weise beeinflusst. Auf der Sonnenterasse hat man bei gutem Wetter die Möglichkeit in alle Himmelsrichtungen kilometerweit zu schauen, in der einen Richtung liegt das platte Land, man blickt über Garmisch-Patenkirchen in Richtung Starnberger See und weiter fast bis nach München. In die andere Richtung kann man in Richtung Innsbruck die Schweizer Alpen bestaunen, bei gutem Wetter sieht man den Groß Glockner mit seinen knapp 4000 Höhenmeter, man sieht den Hintertuxer Gletscher sowie den Brennerpass. Ein Rundumvergnügen bei dem einem schwindelig werden kann, man ist in der Tat über den Wolken und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Wenn man sich vorstellt was Menschen hier geleistet haben müssen, bei welchen Witterungseinflüssen sie die Gondeln und die Zahnradbahn gebaut haben, in welcher Höhe sie dieses kleine Wunderwerk der Technik gebracht haben, nur um uns kleine Menschen zu diesem Ort zu befördern... für mich ist es unvorstellbar! Aber auch unvorstellbar schön!
Tja, wie sind wir auf die Idee mit Garmisch-Patenkirchen gekommen, Schnee gab’s diesen Winter ja eigentlich mehr als genug, allerdings nur dort wo wir nicht waren - meist hatten wir grüne Wiese vor der Tür und somit beschlossen wir uns mal ein deutsches Ski- und Wandergebiet anzusehen. Gefahren sind wir mit der Deutschen Bahn und so waren wir innerhalb von 6 Stunden vor Ort und gleich die erste Gute Nachricht: Die wenigen Touristen haben uns gezeigt, dass die potentiellen Mit-Urlauber endlich Frühling wollten. Die meisten sind offenbar in den Süden gefahren oder geflogen und haben uns die menschenleeren Pisten und Landschaften kampflos überlassen. Umso schöner für unsere Hunde, die nirgends vom Gedränge erdrückt wurden, über die sich so gut wie jeder gefreut hat und die diesen Urlaub richtig genießen konnten. Gewohnt haben wir außerhalb von Garmisch, direkt an der Kreuzeck- und Alpspitzbahn. Auch den Bahnhof der Zugspitzbahn hatten wir direkt vor der Tür und diese hat uns dann auch zweimal auf die Zugspitze befördert. Mit dem kostenlosen Skibus konnten wir auch in den Ort fahren, oder aber zu Fuß in einer Stunde dorthin laufen. Unsere Ferienwohnung war geräumig mit Balkon und Panoramablick auf den großen und den kleinen Waxenstein, der uns allerdings die Sicht auf die Zugspitze versperrte, aber das war zu verschmerzen. Vor unserer Tür erschlossen sich wunderbare Wanderwege über die grün werdenden Wiesen und der ein oder andere Misthaufen lud auch unsere Hunde zum ausgiebigen Schnuppern (und leider auch zeitweiligem Darin-Wälzen ein).
Am Montag und Dienstag war die Zugspitze dran, am ersten Tag sind wir mit der Zuspitzbahn nach Eibsee gefahren, dort in die Seilbahn zur Zugspitze umgestiegen und dann mit eine weiteren Gondel ca 300m runter auf die Almhütte wo auch das Zugspitz-Skigebiet war. Leider machten uns an dem Tag noch einige Wolken das Alpenpanorama zunichte, aber unsere Hunde hatten umso mehr Spaß. Sie waren überglücklich endlich wieder im Schnee zu sein und haben getobt wie die Wilden. Es gab relativ viel Wind dort oben und so fühlten wir uns fast wie in einem Schneesturm, denn von überall her kamen die Flocken geflogen und unsere zwei waren mittendrin. Als sie dann allerdings mit unserer Freundin auf der Hütte warten mussten bis wir unsere ersten Abfahrten hinter uns gebracht hatten, waren sie ein wenig angesäuert. Zu gerne wären sie mit uns die Hänge herunterflitzt. Doch als wir später wieder da waren, wurden wir herzlich begrüßt und wir machten erstmal eine Mittagspause. Zurück gings dann mit der Zahnradbahn, diese fuhr genau eine Stunde bis Grainau, dort wurde umgestiegen und 5 Minuten später waren wir wieder vor unserer Haustür. Kurz umgezogen und über die grünen Wiesen Richtung Aldi losmarschiert um für die Woche ein paar Besorgungen zu machen. Abends dann den Wetterbericht gesehen und uns tierisch gefreut: der nächste Tag sollte super werden und das wurde er auch! Leider war Eva nicht so entscheidungsfreudig wie am Tag zuvor und so blieb sie mit den Jungs auf den Wiesen währen wir noch einmal zur Zugspitze fuhren um dort am Vormittag Ski zu fahren und am frühen Nachmittag das Panorama zu genießen. Fotos hiervon werden bald im Fotoalbum zu finden sein.
Da wir auch wetterkundig waren, haben wir die aufziehenden Zirren richtig gedeutet und uns für den nächsten Tag ohne Skiklamotten auf den Weg gemacht. Der Abend war noch schön, es zogen aber Wolken auf, am nächsten Morgen gab’s dann Regen und am Abend war dann alles weiß. Nichts mehr mit grüner Wiese vor der Tür, nein eine 30cm dicke Schneeschicht bedeckte nun die Landschaft und so brauchten unsere Hundis auch nicht mehr auf den Berg fahren um den Schnee zu erleben, sondern wir beschlossen auch für den nächsten Tag unten zu bleiben und an den schönen Eibsee zu fahren. Wir hatten von vorne herein einen 4-Tages-Skipass gekauft wo wir aus 6 Tagen zwei aussuchen konnten wo wir nicht fahren - also waren das die Tage 3 und 4 unserer Reise.
Wir also am vierten Tag zum Eibsee gefahren und haben dort wunderbar um den See laufen können. 7 km ging’s bergauf und bergab und unsere Wuffels hatten zeitweise mit tennisballgroßen Schneeklumpen an den Vorderbeinen zu kämpfen, aber auch das tat ihrer Laune keinen Abbruch und sie liefen mit glänzenden Augen immer wieder durch die dicksten Schneeverwehungen durch. Am späteren Nachmittag waren wir dann auf der Südseite des Sees und da kam dann auch die Sonne raus... einen Großteil des Schnees hatte sie dann auch innerhalb kürzester Zeit weg getaut und so konnten wir noch ein Gruppenbild mit unseren zwei Schneemonstern machen. Da dieser Tag auch der Tag war an dem wir erfahren hatten, dass Nemo erneut stolzer Papa geworden ist, sind wir nach dem Spaziergang noch zur Eibsee-Alm gelaufen und haben uns einen Vanillestrudel mit einer heißen Schokolade gegönnt. Wir waren die einzigen die draußen sitzen wollten, aber bei dem herrlichen Sonnenschein konnte man sich einfach nicht nach drinnen begeben. Unsere Jungs haben es uns gedankt, denn so konnten sie noch weiter den Schnee genießen und sind noch mal ordentlich toben gegangen.
Die letzten zwei Tage unsere Urlaubs haben wir dann dank des Neuschnees bei idealen Bedingungen und strahlenden Sonnenschein mit Skifahren am Kreuzeck- und Alpspitzgebiet genossen. Besonders die Bergstation der Alpspitzbahn hat es uns und unseren Hunden angetan, denn von dort aus ging die Hochalm-Abfahrt hinunter zu einer Gondel, die dann wieder hinauf zur Alpspitze führte. Dort haben wir uns alle am Nachmittag getroffen, die Hunde konnten oben laufen und wir sind immer wieder dort angekommen und so wussten sie dass wir nicht weit weg sind. Alle tollen Panoramafotos mit den Jungs sind dort entstanden, auch die Jumping-Bilder von Milan haben wir dort aufnehmen können, als am Nachmittag nur noch eine handvoll Skifahrer die Piste benutzt haben, zwei davon waren ja wir.
Wie man auf den Fotos sehen kann liebt es besonders Milan, wenn er Schneebälle fangen darf und durch die nicht ganz so flache Piste sind sehr eindrucksvolle Bilder entstanden. Bewundernswert mit was für einer Sprungkraft dieser kleine Kerl doch ausgestattet ist, da kommt er wohl ganz nach dem Papa (wenn wir Erzählungen Glauben schenken). Beide wollten dann aber doch unbedingt noch einmal eine Abfahrt mit mir machen und sie müssen ein unglaubliches Vertrauen in mich gehabt haben, denn keiner von beiden hat nicht mal bei der Schussfahrt am Ende eine Spur von Angst gezeigt. Nemo habe ich dann ganz zum Schluss noch ein zweites Mal mit runter genommen und der kleine Kerl war wirklich stolz wie Oskar als wir unten angekommen sind. Kaum hatte ich ihn abgesetzt, marschierte er schnurstracks auf das Gondelhäuschen zu und kam mit glänzenden Augen zurück und sein Blick schien zu sagen "Jau Chef, Gebiet markiert, wohin geht’s jetzt?". Die zwei waren später noch das Gespräch der Skifahrer (naja, es waren ja auch wirklich nicht viele dort und man kannte sich nach zwei Nachmittagen irgendwann auch gegenseitig). Ein älterer Herr meinte dann später noch zu mir "Ich möchte auch auf ihren Arm" und da konnten wir uns das Lachen wirklich nicht mehr verkneifen!
Wie man sieht hat Nemo einen Teil der Piste auch zu Fuß zurück gelegt. Mit Milan war das allerdings nicht möglich, da er ständig vor mir war und es mir einfach zu gefährlich schien ihn neben mir laufen zu lassen, denn die Kanten der Skier sind sehr scharf und ich möchte mir gar nicht ausmalen was passieren kann wenn dort eine Hundepfote drunter gelangt. Aber beide haben das super gemacht und haben sich wirklich gefreut, dass sie auch hier wieder nicht nur dabei sondern mittendrin sein durften.
Zurück ging’s dann wieder am Sonntag per Bahn, durch die Boxen hatte jeder von beiden einen tollen Platz für sich, sie haben prima geschlafen und kein Reisender oder Schaffner hat sie überhaupt bemerkt. Das haben die zwei wirklich klasse gemacht. |
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